Ab 20. November 2026 gilt in Österreich die neue EU-Verbraucherkreditrichtlinie. Damit fallen auch Kleinkredite unter 200 Euro, etwa über „Buy now, pay later“-Modelle, unter dieselben Regeln wie klassische Kredite. Im Interview mit dem Kurier erklärt Christian Giehler, Geschäftsführer der coeo Österreich, worauf sich Konsumentinnen und Konsumenten jetzt einstellen müssen.
Der Kauf auf Rechnung ist in Österreich weit verbreitet. Im Online-Handel nutzen Kundinnen und Kunden diese Zahlart bei über 30 Prozent der Einkäufe. Gleichzeitig war der Zahlungsaufschub bislang kaum reguliert. Mit der Novelle ändert sich das: Anbieter dürfen nicht mehr mit „kostenlos“ werben, wenn Gebühren anfallen. Neu ist auch ein Rücktrittsrecht. Den größten Unterschied sieht Giehler bei den Bonitätsprüfungen, die bisher nicht vorgeschrieben waren. Für Konsumentinnen und Konsumenten heißt das konkret, dass ihnen die gewohnte Zahlart künftig häufiger nicht angeboten oder abgelehnt wird.
Vielen ist laut Giehler gar nicht bewusst, dass es sich beim Rechnungskauf um einen Kleinkredit handelt. Den Begriff Kredit verbinden die meisten eher mit einer Immobilienfinanzierung oder dem Leasing eines Autos. „Das ist ein Finanzbildungsthema, weshalb es so wichtig ist, die Menschen aufzuklären“, so Giehler.
Zum Problem werden dabei selten einzelne große Ausgaben. Im Bereich „Buy now, pay later“ liegt der durchschnittliche Warenkorb bei 80 bis 100 Euro. Weil das Zahlungsziel meist erst nach 30 Tagen fällig ist, geraten einzelne Bestellungen leicht in Vergessenheit. Am Monatsende treffen dann mehrere offene Rechnungen gleichzeitig ein und überlasten das Budget.
Wie Finanzbildung gelingen kann, war auch Thema beim Customer Focus Spotlight | Payment & Finance, das coeo im September in Wien ausgerichtet hat. Giehler diskutierte dort mit Bildungsminister Christoph Wiederkehr darüber, wie Finanzbildung das Verhalten von Konsumentinnen und Konsumenten prägt. Außerdem stellte coeo seine eigene Finanzbildungsinitiative vor.
Das vollständige Interview mit Christian Giehler erschien im Kurier.

